Relatives Risiko
Was ist das relative Risiko? Einfache Erklärung mit Beispielen – verstehe Studienergebnisse besser.
Relatives Risiko (RR)
Das relative Risiko (auch: Risk Ratio) vergleicht, wie wahrscheinlich ein Ereignis in zwei verschiedenen Gruppen auftritt.
Einfach erklärt
Stell dir vor:
- Gruppe A (Raucher): 20 von 100 bekommen Lungenkrebs = 20%
- Gruppe B (Nichtraucher): 2 von 100 bekommen Lungenkrebs = 2%
Relatives Risiko = 20% ÷ 2% = 10
Das bedeutet: Raucher haben ein 10-fach höheres Risiko für Lungenkrebs als Nichtraucher.
Interpretation
| RR-Wert | Bedeutung |
|---|---|
| RR = 1 | Kein Unterschied zwischen den Gruppen |
| RR > 1 | Erhöhtes Risiko in der exponierten Gruppe |
| RR < 1 | Verringertes Risiko (protektiver Effekt) |
Beispiele aus der Forschung
- RR = 2,5: Die Gruppe hat ein 2,5-fach (oder 150% mehr) Risiko
- RR = 0,7: Die Gruppe hat ein um 30% verringertes Risiko
- RR = 1,1: Kaum ein Unterschied (10% mehr Risiko)
Achtung: Relativ vs. Absolut
Das relative Risiko kann irreführend sein, wenn das Grundrisiko sehr niedrig ist:
Beispiel:
- Grundrisiko: 1 von 10.000 (0,01%)
- Nach Intervention: 2 von 10.000 (0,02%)
- Relatives Risiko: 2 (klingt dramatisch!)
- Absolutes Risiko: +0,01% (praktisch kaum relevant)
Deshalb berichten wir bei Studienklar immer auch die absoluten Zahlen.