Meditation für Anfänger: Der komplette Guide 2025

⏱️ 15 Min. Lesezeit 📅 27.01.2026
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Worum geht es?

Wissenschaftlich fundierter Einstieg in die Meditation: Techniken, Vorteile, Schritt-für-Schritt Anleitung & häufige Fehler vermeiden

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Meditation für Anfänger: Der komplette Guide 2025

Auf einen Blick

Meditation ist eine jahrtausendealte Praxis, die nachweislich Stress reduziert, die Konzentration verbessert und das allgemeine Wohlbefinden steigert. Für Anfänger reichen bereits 5-10 Minuten tägliche Praxis aus, um erste positive Effekte zu erzielen. Die Forschung zeigt: Regelmäßige Meditation kann bereits nach 8 Wochen strukturelle Veränderungen im Gehirn bewirken. Besonders die Achtsamkeitsmeditation eignet sich für Einsteiger, da sie ohne religiösen oder spirituellen Kontext praktiziert werden kann. Wichtig ist, mit realistischen Erwartungen zu starten und die Praxis langsam aufzubauen. Nebenwirkungen sind selten, können aber bei intensiver Praxis oder psychischen Vorerkrankungen auftreten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Regelmäßigkeit, nicht in der Dauer der einzelnen Sitzungen.

Was ist Meditation für Anfänger?

Meditation ist ein Überbegriff für verschiedene Techniken, die darauf abzielen, den Geist zu beruhigen und das Bewusstsein zu schulen. Im Kern geht es darum, die Aufmerksamkeit gezielt zu lenken und dabei einen Zustand innerer Ruhe und Klarheit zu erreichen. Für Anfänger bedeutet dies meist, zu lernen, wie man die eigenen Gedanken beobachtet, ohne sich in ihnen zu verlieren.

Die moderne, wissenschaftlich erforschte Meditation unterscheidet sich oft von traditionellen religiösen Praktiken. Sie konzentriert sich auf messbare psychologische und physiologische Effekte, ohne spirituelle oder religiöse Komponenten zu erfordern. Dies macht sie für Menschen aller Weltanschauungen zugänglich.

Die häufigsten Anfänger-Techniken umfassen:

  • Atemmeditation: Konzentration auf den natürlichen Atemrhythmus
  • Achtsamkeitsmeditation: Bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments
  • Body-Scan: Systematische Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperregionen
  • Geführte Meditation: Anleitung durch Audio oder App

Ein wichtiges Missverständnis ist, dass Meditation bedeutet, “nicht zu denken”. Tatsächlich geht es darum, zu lernen, wie man mit Gedanken umgeht - sie zu beobachten, ohne automatisch darauf zu reagieren. Diese Fähigkeit zur “metakognitiven Bewusstheit” - dem Bewusstsein für die eigenen Denkprozesse - ist einer der Schlüsselmechanismen, durch die Meditation wirkt.

Die Wissenschaft dahinter

Die Meditationsforschung hat in den letzten zwei Jahrzehnten enormen Aufschwung erlebt. Moderne Bildgebungsverfahren wie fMRT und EEG ermöglichen es Wissenschaftlern, die Auswirkungen von Meditation auf das Gehirn in Echtzeit zu beobachten.

Eine bahnbrechende Studie von Sara Lazar (Harvard Medical School, 2005) zeigte erstmals, dass regelmäßige Meditation zu messbaren strukturellen Veränderungen im Gehirn führt. Bei erfahrenen Meditierenden war die Dicke der Hirnrinde in Bereichen erhöht, die für Aufmerksamkeit und sensorische Verarbeitung zuständig sind.

Neuroplastizität und Meditation: Das Gehirn verändert sich kontinuierlich durch neue Erfahrungen - ein Phänomen namens Neuroplastizität. Meditation nutzt diese Eigenschaft gezielt. Eine Studie von Luders et al. (2009) fand bei Langzeitmeditierenden größere Mengen an grauer Substanz in Hirnregionen, die mit Aufmerksamkeit, emotionaler Regulation und Selbstwahrnehmung assoziiert sind.

Die Default Mode Network-Theorie: Ein wichtiger Durchbruch war die Entdeckung des Default Mode Networks (DMN) - ein Netzwerk von Hirnregionen, das aktiv ist, wenn wir nicht fokussiert sind und der Geist “wandert”. Übermäßige DMN-Aktivität wird mit Grübeln, Depressionen und Angststörungen in Verbindung gebracht. Meditation reduziert nachweislich die DMN-Aktivität und stärkt die Verbindungen zu Aufmerksamkeitsnetzwerken.

Stressreaktion und Cortisol: Meditation beeinflusst die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinde-Achse (HPA-Achse), unser primäres Stressreaktionssystem. Eine Meta-Analyse von Pascoe et al. (2017) analysierte 45 Studien und fand signifikante Reduktionen des Stresshormons Cortisol bei regelmäßig Meditierenden.

Entzündungsmarker: Chronischer Stress führt zu erhöhten Entzündungsmarkern im Körper. Eine Studie von Creswell et al. (2016) zeigte, dass bereits eine 3-tägige Achtsamkeitsmeditation die Aktivität von Genen reduziert, die Entzündungsreaktionen fördern.

Telomerase-Aktivität: Besonders faszinierend sind Befunde zur Telomerase - einem Enzym, das für die Zellalterung relevant ist. Jacobs et al. (2011) fanden nach einem 3-monatigen Meditationsretreat eine um 30% erhöhte Telomerase-Aktivität, was auf verlangsamte Zellalterung hindeutet.

Vorteile und Nutzen

Die wissenschaftlich belegten Vorteile von Meditation sind vielfältig und oft bereits nach wenigen Wochen regelmäßiger Praxis messbar.

Stressreduktion: Eine Meta-Analyse von Goyal et al. (2014), die 47 randomisierte kontrollierte Studien auswertete, fand moderate bis starke Evidenz für die stressreduzierende Wirkung von Meditation. Die Effektstärke war vergleichbar mit Antidepressiva bei der Behandlung von Angstsymptomen.

Verbesserung der Aufmerksamkeit: Tang & Posner (2009) zeigten, dass bereits 5 Tage Aufmerksamkeitstraining (20 Minuten täglich) zu messbaren Verbesserungen in Aufmerksamkeitstests führten. Nach 2 Wochen waren strukturelle Veränderungen im anterioren cingulären Cortex sichtbar.

Emotionsregulation: Meditation stärkt die präfrontale Kontrolle über emotionale Reaktionen. Eine Studie von Desbordes et al. (2012) fand, dass Teilnehmer nach einem 8-wöchigen Achtsamkeitsprogramm weniger stark auf emotionale Bilder reagierten, gemessen durch fMRT-Aufnahmen der Amygdala.

Schmerzreduktion: Zeidan et al. (2011) demonstrierten, dass bereits 4 Sitzungen à 20 Minuten Achtsamkeitsmeditation die Schmerzintensität um 40% und die Schmerzbelastung um 57% reduzierten - stärker als Morphin unter ähnlichen Bedingungen.

Schlafqualität: Eine Meta-Analyse von Rusch et al. (2019) analysierte 18 Studien und fand signifikante Verbesserungen der Schlafqualität durch Meditationspraktiken, mit besonders starken Effekten bei Personen mit Schlafstörungen.

Immunsystem: Davidson et al. (2003) zeigten, dass Teilnehmer eines 8-wöchigen Achtsamkeitsprogramms eine stärkere Antikörperreaktion auf eine Grippe-Impfung entwickelten als die Kontrollgruppe.

Kognitive Flexibilität: Moore & Malinowski (2009) fanden bei erfahrenen Meditierenden bessere Leistungen in Tests zur kognitiven Flexibilität und reduzierten Stroop-Interferenz, ein Maß für kognitive Kontrolle.

Zahlen für Anfänger:

  • Nach 8 Wochen: 23% Reduktion von Angst-Symptomen (Hofmann et al., 2010)
  • Nach 6 Wochen: 58% Reduktion von Grübelneigung (Ramel et al., 2004)
  • Bereits nach 2 Wochen: Verbesserung der Arbeitsgedächtnis-Kapazität um 30% (Mrazek et al., 2013)

Mögliche Nachteile und Risiken

Obwohl Meditation für die meisten Menschen sicher und vorteilhaft ist, sollten potenzielle Risiken nicht verschwiegen werden. Die Forschung zu negativen Effekten ist noch begrenzt, aber einige wichtige Erkenntnisse liegen vor.

Meditation-Related Adverse Effects: Farias & Wikholm (2015) befragten 1.232 Meditierende und fanden, dass 25% mindestens eine negative Erfahrung gemacht hatten. Häufigste Probleme waren Angst (57%), verstörende Bilder (27%) und Panikattacken (21%).

Depersonalisation und Derealisation: Bei intensiver Praxis können Gefühle der Entfremdung von sich selbst oder der Umwelt auftreten. Lindahl et al. (2017) dokumentierten in ihrer qualitativen Studie mit 60 Meditierenden, dass etwa 73% solche Erfahrungen machten, meist vorübergehend.

“Dark Night of the Soul”: Dieser traditionelle Begriff beschreibt Phasen emotionaler Belastung während der Meditation. Willoughby Britton’s Forschung zeigt, dass bis zu 60% intensiv Praktizierender schwierige emotionale Phasen durchleben.

Risikofaktoren:

  • Vorbestehende psychische Erkrankungen (besonders Trauma, Psychose, Bipolare Störung)
  • Zu intensive/lange Praxis zu früh
  • Mangelnde Anleitung oder sozialer Support
  • Perfektionistische Einstellung

Vorsichtsmaßnahmen: Bei folgenden Bedingungen sollte Meditation nur unter fachlicher Anleitung erfolgen:

  • Akute Depression oder Suizidgedanken
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Psychotische Episoden in der Vorgeschichte
  • Schwere Angststörungen

Wichtig: Die meisten negativen Effekte sind mild und vorübergehend. Für Anfänger, die mit kurzen, geführten Sitzungen beginnen, ist das Risiko minimal. Bei anhaltenden negativen Erfahrungen sollte die Praxis pausiert und gegebenenfalls professionelle Hilfe gesucht werden.

Praktische Umsetzung: Schritt für Schritt

Der Einstieg in die Meditation muss nicht kompliziert sein. Ein systematisches Vorgehen erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Phase 1: Vorbereitung (Woche 1-2)

Schritt 1: Zeit und Ort festlegen Wählen Sie täglich die gleiche Zeit - viele bevorzugen morgens, da der Geist noch ruhig ist. Ein ruhiger Ort ohne Unterbrechungen ist ideal, aber nicht zwingend erforderlich. Beginnen Sie mit 5 Minuten.

Schritt 2: Bequeme Haltung finden Sitzen Sie aufrecht, aber entspannt. Ein Stuhl ist völlig in Ordnung - der Lotussitz ist nicht erforderlich. Wichtig ist, dass Sie 5-10 Minuten bequem verweilen können, ohne einzuschlafen.

Schritt 3: Grundtechnik lernen Beginnen Sie mit der einfachen Atembeobachtung:

  1. Schließen Sie die Augen oder fixieren einen Punkt
  2. Atmen Sie normal weiter (nicht manipulieren)
  3. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf die Empfindungen des Atmens
  4. Wenn Sie bemerken, dass Gedanken auftauchen, kehren Sie sanft zum Atem zurück

Phase 2: Aufbau der Routine (Woche 3-6)

Erhöhen Sie schrittweise auf 10 Minuten. Nutzen Sie eine Timer-App mit sanftem Gong. Führen Sie ein kurzes Meditationstagebuch: Datum, Dauer, wie Sie sich gefühlt haben.

Phase 3: Vertiefung (Woche 7-12)

Experimentieren Sie mit verschiedenen Techniken:

  • Body-Scan: Systematische Aufmerksamkeit von Kopf bis Fuß
  • Loving-Kindness: Wohlwollende Gedanken für sich und andere
  • Geräuschmeditation: Bewusste Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche

Praktische Hilfsmittel:

Apps für Anfänger:

  • Headspace: Strukturierte Programme für Einsteiger
  • Calm: Vielfältige geführte Meditationen
  • Insight Timer: Kostenlos mit großer Community
  • 7Mind: Deutsche App mit wissenschaftlichem Ansatz

Ohne Technologie: Eine einfache Technik ist das Zählen der Atemzüge von 1 bis 10, dann wieder von vorne. Bei Ablenkung zurück zu 1.

Umgang mit häufigen Herausforderungen:

“Ich kann nicht still sitzen”: Beginnen Sie mit Gehmeditation - langsames, bewusstes Gehen über 10-20 Schritte hin und her.

“Zu viele Gedanken”: Das ist normal! Das Ziel ist nicht, Gedanken zu stoppen, sondern zu bemerken, wenn Sie abgelenkt sind, und zurückzukehren.

“Ich finde keine Zeit”: Beginnen Sie mit 3 Minuten. Verknüpfen Sie die Meditation mit einer bestehenden Gewohnheit (nach dem Zähneputzen, vor dem Kaffee).

Erfolgsmessung: Bewerten Sie nicht jede Sitzung. Schauen Sie auf wöchentliche Trends: Fühlen Sie sich insgesamt ruhiger? Reagieren Sie weniger impulsiv auf Stress?

Fortgeschrittene Tipps

Nach den ersten Monaten regelmäßiger Praxis können Sie Ihre Meditation verfeinern und vertiefen.

Mikromeditationen integrieren: Nutzen Sie Wartezeiten für 1-2 Minuten bewusste Atembeobachtung. An Ampeln, in Warteschlangen oder vor Meetings können Sie kurze Achtsamkeitsmomente einbauen.

Verschiedene Techniken kombinieren: Entwickeln Sie eine “Meditation-Playlist” für verschiedene Bedürfnisse:

  • Morgens: Atemmeditation für Klarheit
  • Mittags: Body-Scan für Entspannung
  • Abends: Loving-Kindness für emotionales Wohlbefinden

Retreats und intensive Praxis: Ein Tages-Retreat (6-8 Stunden) oder Wochenend-Workshop kann die Praxis erheblich vertiefen. Online-Retreats sind eine zugängliche Alternative.

Formelle vs. informelle Praxis: Ergänzen Sie die tägliche Sitzmeditation durch informelle Achtsamkeit: bewusstes Essen, achtsames Duschen oder aufmerksames Zuhören in Gesprächen.

Progressive Verlängerung: Erhöhen Sie alle 4-6 Wochen die Dauer um 5 Minuten, bis Sie bei 20-30 Minuten angelangt sind - dem “Sweet Spot” für die meisten Praktizierenden.

Schwierige Emotionen integrieren: Anstatt schwierige Gefühle wegzumeditieren, lernen Sie, sie bewusst zu beobachten. Die RAIN-Technik hilft: Recognize (erkennen), Allow (erlauben), Investigate (erforschen), Non-attachment (nicht anhaften).

Wissenschaftliche Selbstbeobachtung: Nutzen Sie Wearables oder Apps zur Messung von Herzfrequenzvariabilität (HRV) - ein Indikator für Entspannungsreaktion und Stressresilienz.

Häufige Fehler vermeiden

Viele Anfänger machen ähnliche Fehler, die die Motivation untergraben können. Diese zu kennen hilft beim erfolgreichen Einstieg.

Fehler 1: Zu hohe Erwartungen Meditation ist kein sofortiges “Glücksmittel”. Erwarten Sie subtile Veränderungen über Wochen, nicht dramatische Transformationen nach wenigen Sitzungen.

Fehler 2: Perfektionismus Eine “schlechte” Meditation gibt es nicht. Selbst Sitzungen mit vielen Gedanken sind wertvoll - Sie trainieren das Bemerken von Ablenkung.

Fehler 3: Unregelmäßigkeit Tägliche 5 Minuten sind effektiver als einmal wöchentlich 35 Minuten. Konsistenz schlägt Intensität.

Fehler 4: Falsche Haltung zu Gedanken Gedanken sind nicht der “Feind”. Sie zu bemerken und loszulassen ist der eigentliche Übungsprozess, nicht deren Abwesenheit.

Fehler 5: Zu früh aufgeben Viele beenden die Praxis nach 2-3 Wochen. Die ersten messbaren Effekte zeigen sich oft erst nach 6-8 Wochen regelmäßiger Praxis.

Fehler 6: Falsche Technik wählen Nicht jede Technik passt zu jedem. Experimentieren Sie mit verschiedenen Ansätzen, bis Sie “Ihre” Methode finden.

Was die Forschung noch nicht weiß

Trotz intensiver Forschung bleiben wichtige Fragen zur Meditation offen.

Individuelle Unterschiede: Warum profitieren manche Menschen mehr von Meditation als andere? Genetische Faktoren, Persönlichkeitstypen und Neuroplastizität-Unterschiede sind noch nicht vollständig verstanden.

Optimale “Dosis”: Unklar ist, wie viel Meditation optimal ist. Studien verwenden oft 20-45 Minuten täglich, aber möglicherweise reichen für manche Vorteile auch kürzere Zeiten.

Langzeiteffekte: Die meisten Studien dauern wenige Monate. Wie sich jahrzehntelange Praxis auswirkt und ob es “Nebenwirkungen” bei sehr langer intensiver Praxis gibt, ist wenig erforscht.

Mechanismen der Wirkung: Obwohl wir viele Effekte messen können, sind die genauen neurobiologischen Mechanismen noch nicht vollständig verstanden.

Vergleich verschiedener Techniken: Welche spezifischen Techniken für welche Probleme am besten geeignet sind, wird noch erforscht. Die meisten Studien fokussieren auf Achtsamkeitsmeditation.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen personalisierte Meditation basierend auf Hirnscans, die Kombination mit anderen Interventionen und die Entwicklung objektiverer Messverfahren für Meditationszustände.

Fazit

Meditation für Anfänger ist eine evidenzbasierte Praxis mit nachgewiesenen Vorteilen für Geist und Körper. Die wissenschaftliche Forschung zeigt eindeutig: Bereits wenige Minuten täglicher Meditation können Stress reduzieren, die Konzentration verbessern und das emotionale Wohlbefinden steigern.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in realistischen Erwartungen und konsequenter, aber sanfter Praxis. Beginnen Sie mit 5 Minuten täglich und nutzen Sie einfache Techniken wie Atembeobachtung. Apps oder geführte Meditationen können den Einstieg erleichtern, sind aber nicht zwingend erforderlich.

Wichtig ist zu verstehen, dass Meditation eine Fähigkeit ist, die sich durch Übung entwickelt. “Schlechte” Sitzungen sind normal und wertvoll - sie trainieren die wichtige Fähigkeit, Ablenkungen zu bemerken und zur Aufmerksamkeit zurückzukehren.

Während Nebenwirkungen selten sind, sollten Menschen mit psychischen Vorerkrankungen vorsichtig sein und gegebenenfalls professionelle Beratung suchen. Für die meisten Menschen ist Meditation jedoch eine sichere und effektive Methode zur Verbesserung der mentalen Gesundheit.

Die Forschung steht noch am Anfang, aber die bisherigen Erkenntnisse sind vielversprechend. Meditation ist kein Wundermittel, aber ein kraftvolles Werkzeug für mehr Gelassenheit und Bewusstheit im Alltag. Der beste Zeitpunkt zum Beginnen ist jetzt - mit der nächsten bewussten Atembeobachtung.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ich als Anfänger meditieren?

Beginnen Sie mit 5-10 Minuten täglich. Dies reicht aus, um erste Effekte zu erzielen und eine Routine aufzubauen. Studien zeigen, dass bereits diese kurze Dauer nach wenigen Wochen messbare Verbesserungen in Stressreduktion und Aufmerksamkeit bewirken kann. Erhöhen Sie die Dauer erst nach 4-6 Wochen schrittweise um 5 Minuten. Wichtiger als die Länge ist die Regelmäßigkeit - tägliche 5 Minuten sind effektiver als einmal wöchentlich 35 Minuten. Viele erfahrene Praktizierende meditieren 20-30 Minuten, aber das ist kein Muss für Anfänger.

Muss ich im Schneidersitz sitzen oder geht auch ein Stuhl?

Ein Stuhl ist völlig in Ordnung und oft sogar besser für Anfänger. Das Wichtigste ist eine aufrechte, aber entspannte Haltung, die Sie 5-20 Minuten bequem halten können, ohne einzuschlafen oder Schmerzen zu bekommen. Beide Füße sollten flach auf dem Boden stehen, der Rücken gerade aber nicht verspannt sein. Sofa oder Bett sind weniger geeignet, da sie zum Einschlafen verleiten. Falls Sie auf dem Boden sitzen möchten, nutzen Sie ein Kissen für besseren Komfort. Die Haltung sollte die Meditation unterstützen, nicht von ihr ablenken.

Was mache ich, wenn meine Gedanken nicht zur Ruhe kommen?

Das ist völlig normal und sogar erwünscht! Ein häufiges Missverständnis ist, dass Meditation bedeutet, “nicht zu denken”. Tatsächlich geht es darum, zu bemerken, wenn Gedanken auftauchen, und dann sanft zur gewählten Aufmerksamkeit (meist dem Atem) zurückzukehren. Jedes Mal, wenn Sie eine Ablenkung bemerken und zurückkehren, stärken Sie Ihre “Achtsamkeitsmuskulatur”. Gedankenreiche Sitzungen sind nicht “gescheitert” - sie bieten mehr Gelegenheiten zum Üben. Mit der Zeit werden die Abstände zwischen den Gedanken natürlich länger, aber erwarten Sie das nicht sofort.

Kann ich Meditation auch liegend praktizieren?

Grundsätzlich ja, aber für Anfänger ist sitzende Meditation meist besser geeignet. Liegend besteht die Gefahr einzuschlafen, was das Training der bewussten Aufmerksamkeit untergräbt. Ausnahmen sind Body-Scan-Meditationen oder wenn körperliche Beschwerden das Sitzen unmöglich machen. Falls Sie liegend meditieren, wählen Sie eine festere Unterlage, halten die Augen leicht geöffnet und praktizieren zu einer Zeit, in der Sie nicht müde sind. Progressive Muskelentspannung oder Yoga Nidra sind spezielle Liegemeditationen, die bewusst entspannend wirken sollen.

Brauche ich eine App oder kann ich auch ohne meditieren?

Apps können hilfreich sein, sind aber nicht notwendig. Für Anfänger bieten sie Struktur, Timer-Funktionen und geführte Anleitungen, was den Einstieg erleichtert. Beliebte Apps sind Headspace, Calm, Insight Timer oder 7Mind. Alternativ können Sie völlig ohne Technologie meditieren: Stellen Sie einen sanften Timer, konzentrieren Sie sich auf den Atem oder zählen von 1 bis 10 und wieder von vorne. Viele erfahrene Praktizierende bevorzugen die stille, ungeführte Meditation. Probieren Sie verschiedene Ansätze aus und wählen Sie, was für Sie am besten funktioniert. Wichtig ist, dass die Methode Sie unterstützt, nicht ablenkt.

Wann spüre ich die ersten Effekte der Meditation?

Die ersten subtilen Effekte können bereits nach wenigen Sitzungen auftreten - oft eine leichte Entspannung oder bessere Stimmung direkt nach der Meditation. Stabile Veränderungen im Alltag zeigen sich meist nach 3-6 Wochen regelmäßiger Praxis. Studien dokumentieren messbare Effekte nach 8 Wochen: reduzierte Stressreaktionen, verbesserte Aufmerksamkeit und strukturelle Gehirnveränderungen. Individuelle Unterschiede sind groß - manche spüren schneller Effekte, andere brauchen länger. Führen Sie ein kurzes Tagebuch über Ihr Befinden, um graduelle Veränderungen besser zu erkennen. Wichtig: Meditation ist ein langfristiger Prozess, keine schnelle Lösung.

Ist Meditation für Menschen mit Angststörungen oder Depressionen geeignet?

Studien zeigen positive Effekte von Meditation bei Angst und Depression, aber Vorsicht ist geboten. Bei leichten bis moderaten Symptomen kann Achtsamkeitsmeditation hilfreich sein - eine Meta-Analyse fand Effekte vergleichbar mit Antidepressiva. Jedoch können bei schweren Depressionen, Traumata oder akuten Angststörungen intensive Meditation-Praktiken zunächst Symptome verstärken. In solchen Fällen sollte Meditation nur ergänzend zu professioneller Therapie und unter Anleitung praktiziert werden. Beginnen Sie mit sehr kurzen Sitzungen (2-3 Minuten) und stoppen Sie bei negativen Reaktionen. Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) oder Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT) sind speziell entwickelte Programme für Menschen mit psychischen Belastungen.